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Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freundinnen und Freunde!
 
Dieser Infobrief soll über wichtige aktuelle Entwicklungen informieren und in der Mobilisierung und letzten Phase der Vorbereitung der zweiten Internationalen Automobilarbeiterkonferenz vom 19. bis 23. Februar 2020 in Johannesburg, Südafrika helfen.
 

Die Automobilindustrie ist ein Schrittmacher des eingeleiteten Übergangs in eine neue Weltwirtschaftskrise. In Indien wurden bereits 350.000 Automobil-Arbeitsplätze vernichtet, in China 220.000, im Iran 50.000 und weitere Zehntausende in allen Erdteilen. Die Zulieferer sind besonders stark betroffen. Michelin plant offenbar vier Reifenfabriken in Frankreich mit 2000 Beschäftigten zu schließen. Der Auto-Absatz geht weltweit zurück, zugleich wirken internationale Strukturkrisen bei der Umstellung auf Elektromobilität und bei der Digitalisierung der Produktion, was alles zusammen den Konkurrenzkampf extrem verschärft. Es ist damit zu rechnen, dass ganze Konzerne verschwinden.

Mit der angekündigten Fusion von PSA mit Fiat-Chrysler (FCA) soll ein führender Autokonzern entstehen, der um die Weltmarktspitze mit kämpfen kann. Sowohl PSA als auch FCA können das alleine nicht schaffen angesichts der notwendigen gigantischen Investitionen bei der Umstellung auf Elektroantriebe. Mit der Fusion entsteht ein Konzern mit über 400.000 Beschäftigten und einer Produktion von 8,7 Millionen Autos pro Jahr, die Nummer vier hinter Volkswagen, Renault-Nissan und Toyota. Die Vorteile einer solchen Fusion für das internationale Finanzkapitel lassen sich – gerade angesichts der Krisen - nur durch Vernichtung von Arbeitsplätzen, verstärkte Ausbeutung und Werksschließungen erreichen. Bereits der Verkauf von Opel an PSA hat zur Vernichtung von 6.000 Arbeitsplätzen bei Opel geführt. Die Konzernbelegschaften müssen zusammenwachsen und ihre Macht mit 400.000 Beschäftigten im Kampf gegen diese bevorstehenden Angriffe einsetzen. Es ist gut, dass die französische Gewerkschaft CGT und die italienische CGIL-FIOM eine enge Zusammenarbeit vereinbart haben.