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Die Proteste gegen türkische Luftangriffe auf zivile Siedlungsgebiete in Südkurdistan (Nordirak) werden immer lauter. In Şîladizê stürmte die Bevölkerung eine türkische Militärbasis. Die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtet:

Langsam aber sicher baut sich in der südkurdischen Stadt Amêdî (Amediye, Gouvernement Dihok) eine Protestwelle auf. Dort stürmte die Bevölkerung der Gemeinde Şîladizê am 26.01.19 die türkische Militärbasis Sire. Die Luftwaffe der Türkei fliegt nahezu täglich Angriffe auf südkurdisches Territorium. Betroffen sind neben den Medya-Verteidigungsgebieten unter Kontrolle der Guerilla auch zivile Siedlungsgebiete. In den letzten Tagen starben bei Luftangriffen auf die Region mehrere Zivilisten. Bei der Stürmung des Militärstützpunktes rissen die Menschen die Zäune nieder und bewarfen das Gelände mit Steinen. Mehrere Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt. Trotz Behinderungsversuchen südkurdischer Sicherheitskräfte gelang es den Protestierenden, die Barrieren zu durchbrechen.

Zwei Menschen starben, als das Feuer auf Demonstranten eröffnet wurde. Zahlreiche weitere wurden verletzt. Als Reaktion auf die Proteste sollen weitere Einheiten südkurdischer Sicherheitskräfte aus Dihok nach Şîladizê verlegt werden. Die diensthabenden Soldaten der türkischen Armee haben die Militärbasis unterdessen fluchtartig verlassen. Zwei Soldaten wurden von den Protestierenden aufgegriffen und an die lokalen Sicherheitskräfte übergeben. Die Menschen der Region fordern den Rückzug der türkischen Armee aus Südkurdistan.