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Kategorie: Umweltkampf
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Mit dem Amtsantritt von Jair Bolsonaro in Brasilien findet die weltweite Rechtsentwicklung der Regierungen einen offen faschistischen Vertreter. Ob es ihm gelingt, ein faschistisches Regime zu errichten ist noch offen. Aber auf jeden Fall steht er neben seinen menschenverachtenden, frauenfeindlichen und antikommunistischen Äußerungen für eine offene politische Unterdrückung der Opposition und der Kämpfe der Massen. Und er steht für eine beschleunigte Zerstörung der Umwelt.

Mit dem Aufstieg Brasiliens vom neokolonial abhängigen Land zu einem neuimperialistischen Land mit international bedeutenden Übermonopolen geht diese verschärfte Rechtsentwicklung einher. Sie drückt sich auch in der Umweltfrage aus. Bolsonaro vertritt vollständig die Interessen der großen Landbesitzer und brasilianischen Monopole.

Verschärfung der Umweltzerstörung

Diese Entwicklung hat schon vor Bolsonaros Amtsantritt begonnen und hängt mit der neuimperialistischen Entwicklung Brasiliens zusammen. Seit seinem Regierungsantritt trifft seine verheerende Umweltpolitik auf ein gestiegenes Umweltbewusstsein weltweit. Der Regenwald muss weichen. Bolsonaro will "mehr Platz für Agrobusiness", sprich: Profit. Das Pariser Klimaschutzabkommen steht auf seiner Abschussliste. Es dient vor allem der Täuschung der Umweltbewegung.

Wenn es nach Trump auch von Bolsonaro gekündigt wird, bringt das einerseits den offen reaktionären Kurs zum Ausdruck, andererseits den Verzicht auf diplomatische Gepflogenheiten und das System der kleinbürgerlichen Denkweise als Regierungsmethode.Darin unterscheidet er sich von seiner Vorgängerin. Dabei käme Brasilien im Kampf gegen den Übergang in eine globale Klima- und Umweltkatastrophe eine wichtige Rolle zu, da das Amazonasgebiet als CO2-Speicher von globaler Bedeutung ist. Aber Bolsonaro hat die Verantwortung für die Schutzgebiete der indigenen und afrobrasilianischen Gemeinschaften rücksichtslos dem Landwirtschaftsministerium unterstellt und damit den äußerst empfindlichen Amazonas-Regenwald verstärkt zur Abholzung freigegeben.
In einer von Esquivel Muelbert geleiteten Langzeitstudie haben über hundert Biologen in den vergangenen 30 Jahren insgesamt 106 Parzellen im Amazonas-Regenwald regelmäßig begutachtet und Klimadaten erhoben.

Riesiges Staudamm-Projekt mitten im Urwald

Trotz dieser kurzen Zeit kamen sie zu dem Ergebnis: "Der Wald beginnt sich bereits zu wandeln, er nimmt allmählich einen anderen Charakter an“ (Fachmagazin Global Change Biology). Die feuchtigkeitsliebenden Bäume sterben unter den neuen Extrembedingungen ab, während die an Dürre angepassten Bäume die Lücke nicht schnell genug füllen können. "Die tropischen Regenwälder sind Lebensraum vieler indigener Bevölkerungsgruppen und haben eine besondere ökologische Funktion ... Diese immer feuchten, durchschnittlich 25 Grad Celsius warmen Urwälder wirken als globale Wärmepumpe", so der langjährige Vorsitzende der MLPD, Stefan Engel, in seinem Buch "Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?". Weiter schreibt er: "In ihrer dichten, zu mehreren 'Stockwerken" geschichteten , feuchtwarmen Vegetation gedeihen vom Boden bis in 60 Meter Höhe die unterschiedlichsten Organismen. Obwohl sie nur sieben Prozent der eisfreien Landflächen der Erde bedecken, finden sich in den tropischen Regenwäldern mehr als die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Über 80 Prozent aller bekannten Nutz- und Kulturpflanzen wie Bananen, Kakao, Kautschuk sind tropischen Ursprungs ... Mit einem Anteil von 90 Prozent an den zwischen 1980 und 2005 vernichteten Wäldern stehen die tropischen Regenwälder im Brennpunkt der Waldvernichtung. Ein ende ist nicht absehbar. Fast die Hälfte der noch existierenden 'grünen Lunge' der Erde befindet sich in den neun lateinamerikanischen Ländern des Amazonas-Gebiets. Seit 1990 wurden dort jährlich mindestens 3,65 Millionen Hektar Regenwald zerstört."¹
Der Mensch, selbst Bestandteil der Natur, wurde von den bisherigen Regierungen auch nicht verschont. So wurde ein riesiges Staudammprojekt mitten im Urwald gebaut, riesige Gebiete und Dörfer überflutet und Zehntausende Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Ihre Familien wurden zum Teil getrennt. Viele landeten in Slums, die neben den eingezäunten Wohnungen der am Damm beschäftigten Arbeiter liegen.

Ultrareaktionäre Achse Trump - Bolsonaro

Seine faschistischen Ideologie wird als "Bala, Boi e Bíblia" (Kugel, Vieh und Bibel) beschrieben. Er selber bedankt sich bei US-Präsident Donald Trump für dessen Glückwünsche zur Wahl mit den Worten: "Lieber Präsident Trump, ich weiß Ihre ermutigenden Worte wirklich zu schätzen. Gemeinsam und unter Gottes Schutz werden wir unseren Völkern Wohlstand und Fortschritt bringen." Ein christlich verbrämter Faschist. Bolsonaro gehört wie Trump oder in Deutschland die AfD, zu den so genannten Klimalskeptikern, die im Interesse des Profits einen Zusammenhang zwischen der durch den Kapitalismus verursachten Umweltverschmutzung , bzw. -zerstörung und dem Übergang zur weltweiten Klimakatastrophe bestreiten. Deshalb sind Bolsonaros Worte vom Wohlstand und Fortschritt für das brasilianische Volk reine Demagogie.

Widerstand auf neuem Niveau herausgefordert

Bolsonaros Politik wird an der ganzen Bandbreite den Widerstand der Massen herausfordern. Zur Rettung der Umwelt ist ein harter Kampf gegen die internationalen Übermonopole notwendig, deren offener Vertreter Jair Bolsonaro ist. Dabei bilden die weltweit Betroffenen eine wachsende Zahl von Menschen, deren Protest sich mit der Herausbildung der führenden Rolle des internationalen Industrieproletariats verbinden muss, um eine den Herrschenden überlegene Kraft zu entwickeln. Unter imperialistischen Vorzeichen ist die Umweltkatastrophe nicht zu verhindern.
Dafür und für die Perspektive eines Paradigmenwechsels hin zur dialektischen Einheit von Mensch und Natur in zukünftigen sozialistischen Staaten auf der ganzen Welt setzt sich die revolutionäre Weltorganisation Internationale Koordinierung revolutionärer Parteien und Organisationen (ICOR) ein. Sie koordiniert die Arbeit revolutionärer Organisationen weltweit und wirbt für den Aufbau einer internationalen Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg.