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“Warum lernen ohne Zukunft?”, stand auf einem der Plakate der Schülerinnen und Schüler, die am 18.01.19 an Unterrichtsboykott und Protestdemonstrationen teilnahmen. Weitere einfallsreiche Sprüche auf Transparenten waren u. a.: “Opa, was ist ein Schneemann?” und “Das Klima ist aussichtsloser als unser Mathe-Abi”. Bis zum gestrigen Redaktionsschluss von Rote Fahne News war erst ein kleiner Teil der Aktionen und Teilnehmerzahlen des #FridaysForFuture bekannt. Die Schülerorganisatoren gehen davon aus, dass mehr als 30.000 Demonstrant(inn)en während der Unterrichtszeit auf die Straße gingen. In Freiburg, wo nach Angaben der Organisatoren die meisten demonstrierten, waren es laut Polizei rund 3500, laut Veranstaltern rund 6000. In der Schweiz beteiligten sich 22.000. In Frankreich verbanden sich die Jugendproteste gegen die Umweltpolitik der Regierung mit den "Gelbwesten".

Augsburg: Trotz Androhung disziplinarischer Maßnahmen

Unser Augsburger Korrespondent berichtet: "Über 2 000 Schüler demonstrierten heute durch Augsburg gegen die Klimapolitik der Herrschenden. Trotz Einschüchterung durch die Kultusbürokratie und der Drohung vieler Schulleiter mit disziplinarischen Maßnahmen bis hin zu Verweisen, ließen sich viele Schülerinnen und Schüler nicht davon abhalten, um 11.00 Uhr den Unterricht zu verlassen. Es war eine kämpferische Demo mit vielen selbstgemachten Plakaten und Transparenten. Oft wurde dabei der Kohleausstieg gefordert. Die Redner forderten von ihren Mitschülern ein anderes Verhalten gegenüber der Umwelt, griffen aber auch das kapitalistische System und besonders die bürgerlichen Politiker als Hauptverantwortliche für die drohende Umweltkatastrophe an. Auch eine Kindergartengruppe beteiligte sich an der Demo. Sie hatte die ganze Woche Umweltfragen beraten und Schilder gemalt, Die Umweltgewerkschaft und die MLPD Augsburg beteilgten sich ebenfalls und stießen auf große Aufgeschlossenheit. Am 25. Januar fährt ein Bus nach Berlin zur bundesweiten Schülerdemo."

Freiburg: Sehr große Beteiligung

Im Bericht aus Freiburg heißt es: "In Freiburg waren wir über die Anzahl der Teilnehmer überrascht und gleichzeitig erfreut. Es wurden mehrere Hundert erwartet, es kamen mehrere Tausend! Nach offiziellem Zeitungsartikel 3500, die Veranstalter zählten über 6000. Der Platz der alten Synagoge war voll und die Stimmung super. Die bürgerliche Medienlandschaft berichtet zwar über die Proteste, aber sie nennen kaum Zahlen oder viel zu niedrige. Ich denke, sie versuchen, die Breite des Widerstands klein zu reden. Auch dass immer wieder der Kapitalismus kritisiert wird, taucht in den Berichten nicht auf. Zwar sind die Proteste nicht vom den bürgerlichen Parteien geprägt, so aber leider die Begriffe wie z. B. "Klimawandel". Statt richtigerweise von der sich abzeichnenden Klimakatastrophe zu reden. Die Flyer des Rebell waren schnell weg, zwei ugendliche halfen uns spontan, diese zu verteilen. Es wurde deutlich, dass die Jugendlichen nach Klarheit suchen.

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut"

Ungefähr 1800 Schülerinnen und Schüler aus dem Saarland beteiligten sich an der "Friday for future"-Demo in Saarbrücken. Die meisten waren das erste Mal bei einer Demo dabei. Auch viele ganz junge Schülerinnen und Schüler. Viele selbstgemalte Schilder zeigten die Vielfalt der Themen und Forderungen. Hatten die Iniatoren gestern noch mit 60 Teilnehmern gerechnet, so waren es tatsächlich ca. 1800, die durch die Saarbrücker Innenstadt zogen. Eine wichtige Auseinandersetzung war die Frage, wie die Erde vor der Umweltkatastrophe gerettet werden kann. Alle Redner betonten die individuelle Verantwortung jedes Einzelnen. Natürlich ist es wichtig und richtig, mit dem Fahrad und dem ÖPNV zu fahren oder sich über seine Ernährung Gedanken zu machen. Dass wir die Erde aber nur mit aktivem Widerstand und dem Aufbau einer internationalen, weltweiten Widerstandsbewegung retten können, war für viele erst mal nicht so naheliegend. Und das man sich dazu organisieren muss. Das gibt viel Stoff zum Nachdenken, sagte eine Clique von Mädchen, die ein Schild trugen: "Rettet die Erde, den einzigen Planeten mit Schokolade". Was sie ausdrücklich nicht als unernsthaft verstanden haben wollten.