Esther Bejarano

Am 10.07.21 ist die in Deutschland berühmte Jüdin Esther Bejarano mit 96 Jahren verstorben. Die Tagesschau schreibt über sie: „Als junge Frau wurde Esther Bejarano in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort rettete ihr ein Platz im Mädchenorchester das Leben. Jetzt ist die berühmte Mahnerin gegen Antisemitismus im Alter von 96 Jahren gestorben.“ [1]

Es gibt kaum ein deutsches Main-Stream-Medium, das nicht einen Trauertext für die streitbare Jüdin veröffentlicht hätte. „Bejarano engagierte sich Jahrzehnte lang gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, …“ heißt es weiter in der Tagesschaumeldung [1]. Die Lobestexte für Bejarano überschlagen sich regelrecht. Fast alle großen Politiker Deutschlands bis hin zum Bundespräsidenten würdigen sie und kondolieren zu ihrem Dahinscheiden, wie es die Bild-Zeitung gerne zusammenfasst [2].

Diese von Karl Marx beschriebene Entwicklung des Kapitalismus sieht heute in der BRD konkret so aus:

Wahlplakate IL V14 39

Höchste Armut seit der Wiedervereinigung

Sie beträgt nach Angaben des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands 16 Prozent, „der größte gemessene Wert seit der Wiedervereinigung“. Das sind alle Personen in den Haushalten, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte beträgt. Menschen in Gemeinschaftsunterkünften wie Wohnungslose, Pflegebedürftige in Heimen oder Flüchtlinge werden nicht mitgezählt und kommen noch dazu! Deshalb konstatiert das Statistische Bundesamt, dass fast jeder Fünfte »von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht« ist, - wir sprechen hier von 16 Millionen Menschen in der BRD. Für mehr als drei Millionen Menschen war das 2019 sogar der Fall, obwohl sie Arbeit hatten. Zwei Millionen Menschen konnten ihre Wohnung mangels Geld nicht angemessen heizen, rund 300.000 wurde aus dem gleichen Grund der Strom abgedreht.

Hartz-Gesetze verschärfen Armut und Ausbeutung

Die Hartz-IV-Gesetze schützen nicht vor Armut, sondern fördern sie und die Ausbeutung derart brutal, dass selbst die UNO und die EU die BRD kritisierten. »Im Zeitraum 2008 bis 2014 hat die deutsche Politik in hohem Maße zur Vergrößerung der Armut beigetragen«, stellte die EU-Kommission 2017 fest. Der Uno-Sozialrat wirft der BRD-Regierung 2018 nicht nur große Mängel bei der Umsetzung sogenannter sozialer Menschenrechte vor, sondern forderte auch eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze. Das taten sie gewiss nicht aus Mitleid mit den Betroffenen, sondern vor allem, um deutsche Monopole zu höheren Sozialleistungen zu veranlassen, was deren Profite senken und damit ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt schwächen würde.

Flag of Israel

In einem offenen Brief an die Kanzlerin Angela Merkel kritisieren 60 Wissenschaftler und Kulturschaffende den Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein. Mit dem von ihm geförderten Antisemitismusbegriff wird jede Kritik an der Politik Israels als Antisemitismus behandelt. Die drohende Annexion der palästinensischen Gebiete ist völkerrechtswidrig und die Unterdrückung der Kritik an dieser Regierungspolitik hat mit Antisemitismus rein gar nichts zu tun.

Politisch und finanziell werden von Felix Klein Personen gefördert, die diesen gegenüber der israelischen Regierung unkritischen Antisemitismusbegriff verbreiten. So wird die Publikation „Der neudeutsche Antisemit“ von Arye Sharuz Shalicar gefördert und auch seine Vortragsreise durch deutsche Städte. Arye Sharuz Shalicar war jahrelang offizieller Sprecher der israelischen Armee. Ab 2017 arbeitet er im Büro des israelischen Premierministers. In wessen Interesse hier der „neudeutsche Antisemitismus“ definiert wird, liegt auf der Hand. In diesem Buch wird Dr. Reiner Bernstein als Antisemit geschmäht. Reiner Bernstein war jahrelang Leiter der Bundesgeschäftsstelle der „deutsch-israelischen Geschäftsstelle“ in Bonn. 1977 schied er wegen Differenzen um die Legitimität einer Kritik an Israel dort als Generalsekretär aus. Er war Vorsitzender der „Initiative Stolpersteine“ in München und setzt sich für eine gerechte Lösung des israelischen Konflikts ein.

Es lohnt sich den offenen Brief zu lesen. Er liegt hier als pdf-Datei vor!